Weg zum Hoergeraet Soniton Unitron Widex
Das medizinische Ohr

Der Hörvorgang

Die Ohrmuschel fängt die Geräusche von außen in Form von Schallwellen auf. Der Schall gelangt durch den Gehörgang zum Trommelfell und wird von dort durch Schwingungen auf die Gehörknöchelchen im Mittelohr (Hammer, Amboss und Steigbügel) und weiter zum Innenohr übertragen.

Im Innenohr, auch Hörschnecke genannt, wandeln Haarsinneszellen die Schallschwingungen in elektrische Impulse um, die über den Hörnerv an das Gehirn weitergeleitet werden, das dann schließlich die Geräusche identifiziert.

Hörminderung

Bei den meisten Menschen lässt das Gehör mit der Zeit nach. So einzigartig wie der Mensch ist, so individuell sind auch die Ursachen seiner Hörminderung. Hier möchte ich einen Überblick über die häufigsten Arten der Hörminderung geben.

Mittelohr

Mittelohrschwerhörigkeit

Die einfachste Form der Mittelohrschwerhörigkeit ist der Ohrenschmalzpropf. Dieser kann von einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt problemlos entfernt werden und Ihr Gehör funktioniert wieder einwandfrei.

Mögliche Ursachen und Erkrankungen können jedoch auch Löcher oder Narben im Trommelfell, versteifte und fehlende Gehörknöchelchen oder eine Mittelohrentzündung sein. All diese Ursachen führen zu einer Hörminderung. Anders als bei Erkrankungen im Innenohr, sind Erkrankungen im Mittelohr oft durch einen ärztlichen Eingriff behandelbar. Sollte es so sein, dass es nicht möglich ist, die Schädigung zu beheben, können Ihnen Hörsysteme die gewünschte Verbesserung bringen.

Innenohr

Innenohrschwerhörigkeit

Als Innenohrschwerhörigkeit werden Hörschäden in der Hörschnecke beschrieben. Die feinen Haarsinneszellen können die leisen Schallereignisse nicht mehr verstärken. Somit können diese Informationen erst bei höheren Lautstärken wieder verarbeitet und an das Gehirn weitergeleitet werden. Die bekanntesten Innenohrschädigungen sind die Lärmschädigungen und die Altersschwerhörigkeiten. Der Begriff " Altersschwerhörigkeit " ist weit verbreitet und doch nicht ganz korrekt, denn ein höheres Lebensalter muss nicht zwangsläufig zu einer Hörminderung führen. So ist es zutreffender von einer summierten Belastung durch z.B. intensive Schallereignisse (Lärm), genetische Veranlagung oder Durchblutungsstörungen zu sprechen.

Auch wenn die Ursachen sehr unterschiedlich sein können, ist der Verlauf der Hörminderung meistens sehr typisch. Die Minderung beginnt meist bei den hohen Tönen. Das Vogelgezwitscher wird nicht mehr richtig wahrgenommen, das Telefonklingeln im Nebenraum nicht mehr gehört oder das Verstehen beim Fernsehen und bei Nebengeräuschen lässt nach. Um wieder klar und deutlich hören zu können, kommt zurzeit nur eine Versorgung mit Hörgeräten in Frage.

Tinnitus

Tinnitus

Unter Tinnitus versteht man die Wahrnehmung von Geräuschen, Tönen oder anderen Schallereignissen, die nicht von außen kommen und somit für andere Personen nicht wahrnehmbar sind. Werden solche Geräusche immer wieder über einen längeren Zeitraum wahrgenommen, spricht man von einem Tinnitus. Die Ursachen für das Auftreten von Ohrgeräuschen, die man als Symptom und nicht als eigentliche Erkrankung verstehen muss, sind sehr individuell und bedürfen deshalb sorgfältigster Diagnostik. Die erste Anlaufstelle für einen Betroffenen ist grundsätzlich der Facharzt für HNO-Heilkunde. Wenn die Ohrgeräusche als störend empfunden werden, kann der Einsatz von Hörsystemen oder Tinnitusnoiser sinnvoll sein.

Wirkung von Hörsystemen bei Tinnitus

Oft wird eine Hörminderung von einem Tinnitus begleitet. Durch den Einsatz eines Hörsystems, wird die Hörminderung ausgeglichen und es können wieder mehr Umgebungsgeräusche gehört werden. Das bessere Wahrnehmen der Außengeräusche, drängt die lästigen Ohrgeräusche in den Hintergrund und sorgt somit für eine bessere Akzeptanz des Tinnitus.

Wirkung von Noisern bei Tinnitus

Ein Noiser erzeugt kontinuierlich ein Rauschen, welches auf die Bedürfnisse des Betroffenen individuell eingestellt werden kann. Das Rauschen wird ständig im Hintergrund wahrgenommen, jedoch nicht als unangenehm empfunden. Dieses lenkt den Betroffenen von seinem Ohrgeräusch ab, insbesondere bei geringen Umgebungsgeräuschen und sorgt für eine bessere Akzeptanz des Tinnitus.

Mittelohr

Der Weg zum Hörgerät

Der Weg zum Hörsystem führt in der Regel über zwei Stationen: Den HNO-Arzt und den Hörgeräteakustiker.

Wenn Sie das Gefühl haben, weniger zu hören und verstehen zu können, liegt eventuell eine Hörminderung vor. Um Gewissheit zu erlangen, hilft ein kostenloser Hörtest und eine unverbindliche Beratung. Sollte tatsächlich eine Hörminderung vorliegen, erhalten Sie die Verordnung für die Hörsysteme von Ihrem Hals-Nasen-Ohren Arzt. Diese legen Sie dann dem Hörgeräteakustiker Ihrer Wahl vor. Die Verordnung ist die Grundlage für die Kostenbeteiligung Ihrer Krankenkasse.

Bei unserem ersten Termin besprechen wir gemeinsam, welche Möglichkeiten der Hörgeräte-Versorgung es in Ihrem individuellen Fall gibt und ich erläutere Ihnen den genauen Ablauf der Hörgeräte-Ausprobe. Bei diesem Termin wird festgelegt, mit welchen Hörsystemen die Testphase beginnt, die sich meist über mehrere Wochen erstreckt. In diesem Zeitraum testen Sie verschiedene Hörsysteme ganz unverbindlich und kostenlos in Ihrer gewohnten Umgebung. Dabei bestimmen Ihre neuen Höreindrücke den Ablauf und die Dauer der Hörgeräteversorgung, denn erst wenn Sie zufrieden sind, bin ich es auch.

In dieser Zeit werden mehrere Termine vereinbart. An diesen Terminen erhalten Sie auch alle Informationen, Tipps und Tricks zu den Hörsystemen, sodass Sie Ihre kleinen Hörhelfer unbeschwert nutzen können.